Chronik der Stadt Rieneck

Die Anfänge und das Mittelalter

800 – 22. März
Der Priester Waldiperaht schenkt dem Kloster Fulda unter anderem Eigentum in „Hemmingeshus an der Sinn“. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Siedlung in der Nähe des heutigen Rieneck, in der Flurlage „Heima(r)ts“.

Kurz vor 1100
Eine Heiratsverbindung entsteht zwischen den späteren Grafen von Rieneck und der Grafschaft Loon. Diese Verbindung wird für die spätere Entwicklung des Rienecker Grafengeschlechts von Bedeutung.

Um 1156/57
Die Grafen von Loon übernehmen die Bezeichnung „von Rieneck“ und begründen damit die Verbindung des Namens mit dem Grafengeschlecht.

1179
Die Burg Rieneck wird erstmals urkundlich erwähnt. Damit findet sich der erste gesicherte schriftliche Hinweis auf die Burg.

1189
Das Kloster Schönau an der Saale wird gegründet.

Um 1200
Die Grafschaften Loon und Rieneck werden voneinander getrennt. Gleichzeitig kommt es zu einer Einheirat in die Familien der Herren von Zimmern und Lauda. Auch der Ausbau der Stadt Lohr nimmt zunehmend an Bedeutung zu.

 

Rieneck entwickelt sich zur Stadt

Ca. 1257/58
Graf Ludwig V. heiratet Udelhilt von Grumbach und Rothenfels.

1260–1271
Die Grafen von Rieneck führen mehrere Auseinandersetzungen mit Mainz um die Vorherrschaft im Spessart.

Kurz nach 1272
Durch eine Heiratsverbindung gelangen die Herren von Hanau – später selbst Grafen – in die Rienecker Herrschaftsverhältnisse.

1280
Zum ersten Mal wird ein Bürger (cives) in Rieneck urkundlich erwähnt. Dies ist ein wichtiger Hinweis auf die zunehmende Bedeutung der Siedlung.

1311 – 7. Juni
Ein bedeutender Meilenstein: Rieneck wird erstmals als „oppidum“, also als Stadt, bezeichnet.

1314 – 21. Juli
Burg und Stadt Rieneck werden unter anderem zwischen zwei Linien des Rienecker Grafengeschlechts aufgeteilt.

Nach 1333
Durch den söhnelosen Tod Ludwigs V. des Jüngeren verliert das Rienecker Grafengeschlecht große Teile seiner Grafschaft.

1381
Graf Gerhard V. stirbt.

1411
In Rieneck wird eine eigene Pfarrei errichtet.

1463
Die Grafschaft Rieneck wird zwischen Philipp I. dem Älteren und Philipp II. dem Jüngeren geteilt.

 

Reformation und Ende des Grafengeschlechts

1504
Philipp III. von Rieneck, der letzte Graf des Geschlechts, wird geboren.

1525
Der Bauernkrieg erreicht auch die Region und hinterlässt seine Spuren in der Geschichte Rienecks.

1544
In Lohr wird die Reformation eingeführt.

1551
In Rieneck wird erstmals offiziell ein protestantischer Pfarrer eingesetzt.

1559 – 3. September
Ein entscheidendes Datum in der Geschichte der Stadt: Graf Philipp III. von Rieneck stirbt. Mit ihm erlischt das Rienecker Grafengeschlecht in männlicher Linie.

1574 – 8. August
Mit dem Tod der letzten Gräfin von Rieneck endet endgültig die Geschichte des Grafengeschlechts.

Die Chronik zeigt, wie eng die Entwicklung Rienecks mit der Geschichte des Spessarts, der Grafen von Rieneck und der Burg verbunden ist. Aus einer frühen Siedlung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine Stadt, deren historische Spuren noch heute sichtbar und erlebbar sind.

Entdecken Sie Rieneck und begeben Sie sich auf eine Reise durch mehr als 1.200 Jahre Stadtgeschichte.